Über mich

Ich bin …IMG_5847_b_small

Erwin Palnstorfer, der Mann der Bäume. Ich mache es mir zur Aufgabe, Bäume zu bearbeiten.

In der Weise, den Baum mit größtmöglicher Sorgfalt den Bedürfnissen des Menschen anzupassen.

Die Reifeprüfung auf dem langen Weg der Ausbildung, ans Ende bin ich noch lange nicht gekommen, legte ich vor kurzem ab. Ich darf mich jetzt European Treeworker bezeichnen.

und glaube, …

dass Bäume den Menschen nicht brauchen – der Mensch den Baum schon. Er, der Mensch, versucht, den Baum an Gegebenheiten anzupassen. Dieses Anpassen nennt er dann Pflege.

und träume davon,

durch den eigenen Wald zu gehen und im thoreauschen Sinn das Werden und Vergehen zu betrachten, und aktiv den Forst zu gestalten, Bäume zu pflanzen und zu pflegen, was Wunderschönes zu schaffen und mich daran zu erfreuen.

denn dort, …

wo Bäume ein Kulturwesen sind, kommt es zum Austausch zwischen Baum und Mensch. Bäume erfüllen einen Wohlfahrtsanspruch: sie sollen das Leben des Menschen verschönern und bereichern. Bäume verbessern die Luft, Bäume halten das Erdreich, Bäume speichern Wasser, Bäume spenden Schatten, Bäume halten Wind ab und geben Schutz, Bäume vermitteln Naturraum, Bäume erfreuen das Auge, Bäume sind Freunde.

Und letztlich …

muss eine Freundschaft gepflegt werden.

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Meine Ausbildung

erhielt ich 2008/09 in einem zweijährigen Lehrgang der Landwirtschaftskammer, die mich zum „Baumwärter“ machte. So ein Baumwärter (auch Baumwart) ist ein Obstbaumspezialist. Er weiß einiges über Obstbäume und Beerensträucher, ihre Pflege, ihre Eigenschaften und Besonderheiten, ihre Krankheiten und Ansprüche, über ihren Schnitt und auch über ihre Veredelung.

19 Jahre lang war ich in der Sozialbranche tätig, als gelernter Tischler, der mit beeinträchtigten Menschen eine Holzwerkstatt führte. 2011 setzte ich den nächsten Schritt, kündigte und wendete mich beruflich ganz den Bäumen zu. Ich erlernte das Baumklettern (SKT A) als Grundlage für die Baumpflege, besuchte zahlreiche Kurse (Münchner Baumkletterschule, Allianztrees Wien) und ließ mich zum Waldpädagogen ausbilden (FASTORT Gmunden).

Seit meiner Ausbildung zum Baumwart bin ich dem Obst- und Gartenbauverein Bergheim verbunden, dem ich als Ausschussmitglied meine Kenntnisse zur Verfügung stelle. In den letzten Jahren leitete ich mehrmals Schnittkurse für eine interessierte Öffentlichkeit.

 Freilich bin ich ein Grüner, mit gewissen Ansichten und Einstellungen, aus denen ich meine Baumphilosophie herleite.

„Nachhaltigkeit“ ist eine ganz wichtige Sache .Die Menschheit muss sich auf sie besinnen, um zu überleben, oder zumindest in Würde und Wohlbefinden leben zu können. Nachhaltigkeit ist mittlerweile in aller Munde, und das ist gut so. Der Begriff wird fast schon zu oft verwendet, nämlich auch in zweifelhaftem Zusammenhang, wie „nachhaltige Antriebstechnik für Autos“.

Ich spreche lieber von Sanftmut. Sanftmut ist für meine Lebensgestaltung sehr bedeutungsvoll. Sanftmut zu praktizieren ist eine Herausforderung.

Sanftmut gegenüber Bäumen ist ganz leicht, weil sie sich aus einer fachgerechten Behandlung ergibt. Mein Verständnis von Baumpflege orientiert sich an einer Lehre, die den Baum optimal unterstützt und auf seine Würde, sein Wohlbefinden, auf seine Gesundheit achtet.

Sanftmut gegenüber Kindern ist ganz schön, weil sie Kinder gedeihen lässt und in einer von Sanftmut geprägten Beziehung wirklich schöne Erlebnisse erfahrbar werden.

Sanftmut gegenüber den Menschen ist ganz schön schwierig, weil sie nur zu oft sabotiert wird, von den eigenen Gefühlen, von Wut, Eifersucht, Beleidigtsein und so weiter.

Aber, wie gesagt, bei den Bäumen fällt es mir leicht, mit Achtsamkeit und Behutsamkeit, eben sanftmütig, meine Arbeit zu verrichten. Dem Baum geht es so am besten.

Um nicht naiv zu erscheinen, ich mache Unterschiede. Was für, sagen wir, Kinder gilt, muss nicht für Bäume gelten. Ich schrecke nicht davor zurück, zu stärkeren Mitteln zu greifen, wenn sie meiner Meinung nach erforderlich sind. Die Nutzbarkeit ist ein starkes Argument, das manchmal für die Kundschaft und gegen den Baum spricht. Ich greife auch zu einem kompromisslosen Gerät wie der Motorsäge.

 Ich begreife mich als politischen Menschen, der in aktivem Austausch mit seiner Umwelt steht. Ich begreife mich als spirituelles Wesen, das ständig versucht, seine Seele wachsen zu lassen. Mit Respekt vor allem, was lebt.

Und seit kurzem bin ich auch noch

ein Autor. Ich hab ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Von Pionieren, Rebellen und Legenden – Bemerkungen zum Obstbau mit besonderem Bezug zum Bundesland Salzburg“. Es ist im Verlag Novum erschienen und in der Rupertus Buchhandlung wie in jeder anderen erhältlich.